|
Viele Menschen, vor allem ältere, leiden unter dem Problem, dass sie unfreiwillig Urin verlieren. Blasenschwäche ist eine Bezeichnung dafür; Harninkontinenz nennt es der Arzt.
Blasenfunktionsstörungen mit Harninkontinenz zählen in allen westlichen Industrieländern zu den häufigsten Alterskrankheiten. Mit steigender Tendenz, da durch die demographische Entwicklung in diesen Ländern hin zur Überalterung der Bevölkerung mit immer mehr inkontinenten Seniorinnen und Senioren zu rechnen ist.
Harninkontinenz kann das Leben des Betroffenen schwer beeinträchtigen. Die Furcht vor peinlichen Zwischenfällen und die Scham über den Verlust der Fähigkeit zur Blasenkontrolle führen häufig dazu, dass sich viele Betroffene zurückziehen und gesellschaftliche Kontakte und Aktivitäten meiden. Zunehmende Isolierung, Einsamkeit und nicht selten Depressionen sind die Folge. Inkontinenz ist aber auch eine häufige Ursache für die Einweisung in ein Pflegeheim.
Harninkontinenz ist leider immer noch ein Tabuthema. Man spricht nicht darüber, und trotz des hohen Leidensdruckes vertrauen sich viele betroffene Menschen nicht einmal ihrem Hausarzt an. Dabei ist Harninkontinenz längst kein Schicksal mehr, das einfach hingenommen werden muss. Es gibt heute wirksame Behandlungs- und Versorgungsmethoden, die die Situation der Betroffenen entscheidend verbessern können.
Hilfe ist jedoch nur dann möglich, wenn Harninkontinenz nicht schamhaft verschwiegen, sondern als eine "Erkrankung" verstanden und akzeptiert wird, die wie jede andere Erkrankung auch zu diagnostizieren und zu behandeln ist. Je früher die Therapie dabei einsetzt, um so besser sind die Aussichten
auf Erfolg.
|