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Diese Form der Inkontinenz ist in den meisten Fällen auf eine Einengung der Harnröhre, z. B. durch eine altersbedingte Vergrößerung der Prostata, zurückzuführen, sodass vor allem ältere Männer davon betroffen sind. Durch die Blockierung der Harnröhre staut sich der Urin in der Blase und überdehnt allmählich die Blasenwandmuskulatur. Der bei der großen zurückgehaltenen Urinmenge aufgebaute Blaseninnendruck überwindet schließlich die Harnröhrenenge, Urin geht ständig tröpfelnd ab.
Die Behandlung dieser sogenannten "obstruktiven" Überlaufinkontinenz besteht in der operativen Entfernung des Abflusshindernisses, also zumeist einer Prostataentfernung. Zu beachten ist außerdem, dass die Einengung der Harnröhre zu einem akuten Harnverhalten führen kann. Dieses ist als urologischer Notfall durch eine transurethrale (durch die Harnröhre) oder suprapubische (durch die Bauchdecke) Katheterisierung
sofort zu behandeln.
Neben der obstruktiven Überlauf-Inkontinenz gibt es die Form der funktionellen Überlauf-Inkontinenz, die auch Frauen betreffen kann. Dabei kommt es durch eine Schwäche des Blasenmuskels (Detrusor-Insuffizienz) mit mangelnder Kontraktionsfähigkeit (Detrusor-Akontraktilität) zur passiven Überdehnung der Blase mit
gelegentlichem oder ständig tröpfelndem Urinabgang. Diese Situation kann beispielsweise entstehen als Folge von Medikamenteneinnahme (z. B. ACE-Hemmer, Beta-Blocker, Antidepressiva, Sedativa o. ä.), Stoffwechselstörungen (Diabetes mellitus), Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Parkinson-Syndrom) oder auch psychogener Ursachen.
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