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Die Stuhlinkontinenz entwickelt sich oft schicksalshaft - durch eine genetische Veranlagung, im Zusammenhang mit anderen Krankheiten und natürlichen Alterserscheinungen. Ähnlich wie bei Harninkontinenz könnte vielen betroffenen Patienten durch moderne Diagnose und Therapie geholfen werden. Deshalb ist es wichtig, die Patienten zur Behandlung zu ermutigen, Tabus zu durchbrechen und ihnen die oftmals vorhandene Angst vor Diagnostik- und Therapiemaßnahmen zu nehmen.
Das Ausmaß der Stuhlhalteschwierigkeiten reicht vom Soiling (gelegentliches Stuhlschmieren) über Insuffizienz (für flüssigen Stuhl) bis zur eigentlichen Inkontinenz (für festen Stuhl). Meist wird der Schweregrad der Inkontinenz unterschieden in: Flatus - nicht zu kontrollieren, flüssiger Stuhl - nicht zu halten, fester Stuhl - nicht zu kontrollieren.
Folgende Störungen können zu Inkontinenz führen: psychoorganische Störungen (wobei ein Nachlassen der Kontinenzleistung im Alter normal ist), Störungen der Stuhlbeschaffenheit (Diarrhoe, Obstipation), ein Speicherverlust des Rektums (normal tritt bei 50 ml Rektuminhalt Stuhldrang auf) Schädigungen des muskulären Schließmuskelapparates (z. B. als Folge von Unfällen oder Operationen) oder auch neurogene und sensorische Schäden (z. B. durch Erkrankungen des ZNS, Querschnittslähmung, Verletzungen).
Die Maßnahmen zur Diagnostik der Stuhlinkontinenz umfassen eine ausführliche Anamnese sowie klinische und apparative Untersuchungen. Behandlungsgrundlage sind konservative Therapien, insbesondere solche zur Stuhlregulierung mit Anleitungen zu körpergerechtem Stuhlverhalten sowie Medikamente zur adjuvanten Anwendung. Für physikalische Therapien wie Beckenbodengymnastik, endoanaler Stimulation und Biofeedback ist eine restintakte Schließmuskel-(Sphinkter-)muskulatur mit entsprechender Kontinuität Voraussetzung. Operative Therapien beinhalten die Sanierung proktologischer Leiden wie Hämorrhoiden, Fisteln, Fissuren, Tumoren sowie Sphinkterrekonstruktionen und -plastiken.
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