Stressinkontinenz

 

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Dranginkontinenz

Bei Stress- oder Belastungsinkontinenz ist die Verschlusskraft des Schließmuskelsystems am Harnröhrenausgang herabgesetzt. Damit kann jede plötzliche physische Belastung (was hier als "Stress" bezeichnet wird), wie etwa Niesen, Husten, Lachen oder auch heftige körperliche Bewegung zum auslösenden Moment für den unfreiwilligen Harnabgang werden. Denn die physische Belastung führt über einen Druckanstieg im kleinen Becken auch zum Druckanstieg in der Blase. Dieser erhöhte Druck überwindet dann die verminderte Verschlusskraft des Schließmuskels - Harn geht unkontrolliert ab. Es werden die Schweregrade I-III unterschieden, wobei bei letzterem der Harnverlust bereits im Liegen auftritt.

Schuld an der Schwächung des Schließmuskelsystems ist in den meisten Fällen eine Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur, häufig verursacht durch Druckschädigungen bei der Geburt, Durchblutungsminderung durch Hormonmangel in den Wechseljahren oder der allgemeine Muskelschwund im Alter. Deshalb sind von der Stressinkontinenz fast ausschließlich Frauen betroffen. Tritt sie bei Männern auf, ist die Ursache meist eine Schließmuskelverletzung infolge einer Prostataoperation.